Portugalbericht 2011

 

Freitag 04.03.11
Um 11.30 Uhr treffen wir, das sind Iris, Simon (Vereinsfremder) und ich (Christian) am Flughafen ein. Dort warten bereits Jaana (Reiseleiterin), Elfi (Vereinsmami) und Thomas (Legionär aus Hannover).
Nach einem schnellen Kaffee, verabschieden wir uns von Adam und begeben uns Richtung Flugzeug. Bei der Personen- und Gepäckskontrolle, dann die erste Herausforderung des Tages. Die selbstgebastelten Akkus der Nachlampe für den Nachtsprint bereiten den Kontrolleuren großes Kopfzerbrechen. Naja, ganz unrecht haben sie ja nicht. Nach langen Erklärungen und einer Demo der Stirnlampe lassen sie uns das Flugzeug betreten. 2,5 Stunden später landen wir in Lissabon. Schnell haben wir unsere zwei Mietautos und fahren Richtung Nordosten nach Seda, unser erstes Quartier für die POM. Unterwegs kaufen wir noch für das Wochenende unsere Lebensmittel ein und im stockdunkeln erreichen wir unsere Ferienwohnung in der Villa Famosa. Da Peter mal wieder wegen Krankheit ausfällt (besser so, wie wenn er jeden ansteckt wie in Saint-Eulalie) und deswegen Beate auch nicht mitfährt, haben wir viel Platz in den Autos und eine Ferienwohnung zu viel.

 

Samstag 05.03.11
Die erste Nacht in der stark ausgekühlten Wohnung liegt hinter uns. Nach einem stärkenden Frühstück geht es zur ersten Etappe der POM. In der Nähe von Alter liegt das WKZ. Es ist trocken, aber es weht ein frischer Wind. Die Karte Condelaria de Alter ist geprägt durch offene, gut belaufbare Hügellandschaft, die stellenweise mit interessanten Steinen und Steingruppen gespickt ist. Es ist ein Langdistanzrennen und alle OLV Läufer kommen gut durch die Bahnen. Einzelergebnisse bitte im Internet nachschauen. Schon am ersten Tag stellen wir fest, dass zum OL laufen in Portugal unzählige Zäune überwunden werden müssen. Diese Zäune verfolgen uns die ganze Woche.

 

Karte

 

Sonntag 06.03.11
Die zweite Etappe der POM findet in der Nähe von Crato statt. Die Karte heißt Conto da Arnela und ist für die reiferen Läufer im Maßstab 1:7500. Dies ist auch gut so, weil unsere Posten zwischen mannshohen Felsen und Steinen anzulaufen sind. Einmal rausgeschossen und man benötigt so seine Zeit, um wieder in die Karte zu finden. Das WKZ ist an einem großen Weingut, so ist auf jeden Fall die Rebensaftversorgung für den Abend gesichert. Der zweite Lauf ist eine Mitteldistanz und findet bei richtigem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen statt.

 

Karte

 

Montag und Dienstag 07./08.03.11
Während in Deutschland die Narrenumzüge stattfinden, laufen wir in einem bunten Pulk von Läufern zum Start der 3. und 4. Etappe. Das WKZ ist für beide Tage gleich. Unsere Karte heißt Herdades de Entre Ribeirase Coutadas und liegt südlich von Portalegere. Die 3. Etappe ist wieder ein Mitteldistanzlauf zwischen riesigen Felsen und Steinen. Das Gelände ist etwas steiler und zum Teil wegen des Bewuchses schlechter belaufbar, aber hochinteressant. Wir verbringen den Nachmittag in Portalegre, weil Simon, Thomas und ich nicht genug bekommen können. Während unsere Damen im Kaffee sitzen und das Geschehen genießen, begeben wir drei Männer uns in die dunklen Gassen von Portalegre, zum Nachtsprint. Am Dienstag sind wir dann noch mal auf der Karte von Montag zum Lang OL. Auch diese Etappe hat ihren Reiz. Die Posten stehen nicht ganz so brutal in den Felsen, dafür regnet es den ganzen Tag. Schläge quer über die Karte zeichnen diesen Lauf aus. Die überfluteten, nassen Kuhweiden nagen ganz gut an unseren Kräften. Nach diesem Matschlauf ist die POM Geschichte und es beginnt ein dreitägiges Trainingslager.

 

Karte

 

Mittwoch 09.03.11
Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Für uns ist die POM vorbei, aber der harte Trainingsalltag hat uns wieder. Jaana als Trainerin bedeutet zweimal pro Tag hart trainieren. Simon der dies auf sich zukommen sieht, verlässt uns und fährt nach Hause. Wir trainieren am VM auf der Karte Fermas da Fadagosa. Die Karte ist ein blau, schwarz, braun Druck. Belaufbarkeitsstufen wurden weggelassen. Das hat zur Folge, dass jeder mal richtig in portugiesischen 3er Grün feststeckt. Die Postenmarkierungen sind viel professioneller, als letztes Jahr in Spanien und so macht es viel Spaß. Zum Glück ist es wieder trocken, zumindest von Oben für die 7,7 km lange Strecke.
Am Nachmittag trainieren wir auf der Karte Herdade da Lage do Meio Dia. Eine 6,6 km lange Runde, wieder in den Felsen machen richtig Laune auf mehr.

 

Donnerstag 10.03.11
Langstrecken OL auf der Karte Aldeia da Mata. Das sind 11,9 km. Nach über zwei Stunden liegen 21 Posten hinter mir und so langsam beginnt ein gewisser Trainingseffekt. Man läuft und läuft und läuft. So viele Zäune wie an diesem Tag habe ich noch nie bei einem OL überwinden müssen. Auch die Langhornrinder, die man auf den offenen Flächen vor sich hertreibt, haben so ihren Reiz. Am Mittag sind wir im nördlichen Teil der Karte. Maßstab 1:7500. 4,1 km Postenpicken. Nach dem sonnigen Mittagessen auf den Steinplatten, macht diese Trainingseinheit nochmals richtig Spaß. 38 Posten auf 4,1 km. Einfach nur geil!

 

Karte

 

Freitag 11.03.11
Wir verlassen die Villa Famosa und streben unserem neuen Domizil in Evora entgegen. Hier wollen wir am Samstag und Sonntag die zwei Tage von Arraiolas bestreiten.
Nach einer einstündigen Autofahrt erreichen wir das WKZ in Gafanhoeira. Schnell haben wir die Karten für den Model Event. Eine kurze Runde in einem Park ähnlichem Gelände liegt schnell hinter uns. Also, wenn so der Lang OL am Sonntag wird, dann wird es ein ganz schnelles Rennen. Aber wie so oft, haben Model Event und Wettkampf nichts gemeinsam. Der Freitag hat mich etwas enttäuscht, weil unsere Trainerin hier in meinen Augen geschwächelt hat. 30 Min. joggen mit Karte ist doch kein Trainingslager.

 

Samstag 12.03.11
Die letzten beiden Nächte schlafen wir in einem schnuckeligen Hotel in der altrömischen Stadt Evora. Der nächtliche Spaziergang durch die engen Gassen ist schon der Besuch dieser Stadt wert gewesen.
Am Samstag bestreiten wir bei bestem Wetter auf der Karte Herdade dos Coelheiro unseren Mitteldistanzlauf. Ein schneller Lauf mit doch interessanten, kniffligen Postenstandorten. Hochinteressant war der Standort des letzten Postens vor einem Bach. Die Technik mancher Läufer beim Überqueren des Baches war Filmreif. Am Abend dann noch ein Nachtsprint, den mal wieder nur die Männer bestreiten. Leider war dieser nicht so interessant wie der bei der POM. Aber mitnehmen müssen wir alles.

 

Sonntag 13.03.11
Letzter Tag in Portugal, bedeutet letzter Lauf. Langstrecke. Meiner Meinung nach war dies der schlechteste Lauf. Der erste Teil der Strecke war geprägt durch viel dreier Grün und am Schluss musste man Steine anlaufen die laut Kartenbild eindeutig waren aber in Wirklichkeit gab es doppelt so viele Steine. Auch diesen Lauf bringen wir hinter uns. Leider in strömenden Regen. Unser Gepäck nimmt deswegen um einige Kilo zu, weil Schuhe und Laufsachen bestimmt zwei Kilo Wasser enthalten. Nach dem Lauf heißt es zurück fahren nach Lissabon. Um 21.30 Uhr treten wir den Heimflug an. Um 0.00 landen wir wohlbehalten in Frankfurt, um 2 Uhr liegen wir im Bett und um 5 Uhr stehe ich auf zum Arbeiten.
Es war dank der perfekten Organisation von Jaana eine wunderschöne Woche und Iris und ich sind jetzt schon gespannt wo es 2012 hingeht.

 

Karte

 


Bericht: Christian Kosch